Stadt Land Fluss - Redevelopment in der Region

 

Neue Nutzungen für Industriebrachen, stillgelegte Gewerbeimmobilien oder leerstehende Kaufhäuser zu entwickeln, das alles ist Redevelopment
 
Solche Projekte sind eine Herausforderung für alle an der Planung und am Bau Beteiligten. Mit der jährlichen Redevelopment-Exkursion stellt die RWTH Aachen – dieses Jahr -  in Kooperation mit der Städteregion Aachen Beispiele für dieses spezielle Thema vor. 
Am vergangenen Samstag erkundeten 20 Teilnehmer Beispiele für Bestandsentwicklung in der Städteregion Aachen und den angrenzenden Niederlanden. Vor Ort erfuhren die Besucher direkt von den Verantwortlichen welche besonderen Hürden und Restriktionen beim Umgang mit vormals bereits genutzten Gebäuden und Flächen zu erwarten sind. Ob im Glaspalast in Heerlen, im Carl-Alexander-Park in Baesweiler oder an der Inderenaturierung im Indeland; überall wurde diskutiert über die gewaltigen Herausforderungen, die der Umgang mit einer industriell geprägten Region für die Bestands- und Flächenentwicklung mit sich bringt. 
Als Europas ehemals größtes zusammenhängendes Steinkohleabbaugebiet und heute größtes Braunkohletagegebiet steht die Euregio seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts vor  großen strukturellen Veränderungen. Ein Beispiel für ein besonders gelungenes kommunales Redevelopment Projekt ist der Carl-Alexander-Park in Baesweiler. Im Rahmen der EuRegionalen 2008 wurde aus dem ehemaligen Zechengelände eine Erholungsfläche für Mensch und Natur geschaffen, die großen Zuspruch erhält. Die Exkursionsteilnehmer genossen nach dem Aufstieg auf das Bergplateau den Ausblick über die Region. Begrünte Abraumhalden und der ein oder andere Förderturm erinnern an die Bergbauvergangenheit - und mit dem Windräder Panorama haben die Besucher des Parks auch die Zukunft fest im Blick. 
Das Thema Stadtentwicklung wird bei der RWTH Aachen großgeschrieben. Der von Prof. Kunibert Wachten, RWTH Aachen, Lehrstuhl für Städtebau- und Landesplanung ins Leben gerufene berufsbegleitende Masterstudiengang „Redevelopment / Design and Management“ beschäftigt sich seit 2007 besonders mit Entwicklung, Vermarktung und Management vormals industriell oder gewerblich genutzter Bestände.
Im Rahmen des Studienprogramms findet am 1. Juli das Dycker Gespräch statt. Diskutiert wird an diesem Abend über die Vor- und Nachteile der Nutzung von Redevelopmentflächen für Energiepflanzungen.